Wie zieht der Zahnarzt einen Zahn und welche Gründe gibt es dafür? Alle Informationen über die Zahnextraktion finden Sie hier.
Zahnschmerzen lindern – die besten Hausmittel und mögliche Ursachen
Egal ob pulsierend, ziehend oder stechend: Zahnschmerzen sind äußerst unangenehm und treten oft gerade dann auf, wenn kein Zahnarzt zu erreichen ist. Als wichtiges Warnsignal des Körpers dürfen sie nicht einfach ignoriert werden. Steht jedoch die kurzfristige Linderung im Fokus, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wie Sie Zahnschmerzen lindern können, um die Zeit bis zur Behandlung möglichst komfortabel zu gestalten, sehen wir uns in diesem Beitrag an.

1. Die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen
Eine ganze Reihe möglicher Ursachen für Zahnschmerzen ist direkt auf die Zähne zurückzuführen. Dazu zählen vor allem die folgenden Krankheitsbilder.
1.1. Karies
Karies gilt gemeinhin als häufigster Verursacher von akuten Zahnschmerzen. Begünstigt wird die Schädigung des Zahnschmelzes durch eine mangelhafte Mundhygiene in Kombination mit einer hohen Zufuhr an Zucker und Kohlenhydraten. Die Bakterien im Mundraum, welche diese Nahrungsreste verarbeiten, produzieren Säure. Diese wiederum greift den Zahnschmelz an und kann ihn auf Dauer erheblich schädigen.
Schmerzen treten bei der ersten Schädigung des Zahnschmelzes noch nicht auf. Zum eigentlichen Ausbruch der Schmerzen kommt es erst, wenn bereits das Zahnbein erreicht ist, welches schmerzempfindlich ist. Starke Zahnschmerzen treten nun zum Beispiel beim Verzehr besonders kalter, süßer oder saurer Speisen auf. Oft lässt sich der Auslöser nicht genau lokalisieren, da die Schmerzen auf die benachbarten Bereiche ausstrahlen.
1.2. Pulpitis
Eine unbehandelte Karies kann mittelfristig eine Entzündung des Zahnnervs auslösen. Gemeinhin ist davon auch als Zahnmarkentzündung oder Zahnwurzelentzündung die Rede. Bei diesem Vorgang bildet sich im Inneren des Zahnes allmählich ein Druck auf, der für die starken und oft als pulsierend wahrgenommenen Schmerzen verantwortlich ist. Nicht selten geht die Pulpitis auch mit von außen sichtbaren Schwellungen oder gar Fieber einher. Eine rasche Behandlung in der Praxis ist auch hier zwingend erforderlich, um irreparable Schäden noch zu vermeiden.
1.3. Gingivitis und Parodontitis
Die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zählt zu den häufigsten Zahnerkrankungen und ist am geröteten und meist geschwollenen Zahnfleisch zu erkennen. Gegebenenfalls treten kleine Blutungen auf, doch Zahnschmerzen werden davon noch nicht verursacht. In diesem frühen Stadium lässt sich die Gingivitis durch eine verbessere Mundhygiene meist wieder in den Griff bekommen, denn Sie geht auf die ungehinderte Ausbreitung von Bakterien zurück. Beim Zähneputzen ist deshalb darauf zu achten, dass auch der Rand des Zahnfleisch sorgfältig gereinigt wird. Dabei ist ein vorsichtiges Vorgehen wichtig, um das geschädigte Zahnfleisch nicht noch weiter zu belasten.
Gelingt es nicht, die Gingivitis wieder in den Griff zu bekommen, droht sich die Entzündung vom Zahnhals bis hinunter zur Wurzel auszubreiten. Sobald der Halteapparat der Zähne angegriffen wird, ist von einer Parodontitis die Rede. Dabei kann es zu einer Ablösung des Zahnfleischs von den Zähnen und einer Vergrößerung der Zahnfleischtaschen kommen. Im weiteren Verlauf liegen auch die Zahnhälse frei und sind nicht mehr durch das Zahnfleisch geschützt. Jetzt treten starke Zahnschmerzen auf, wenn zum Beispiel besonders heiße oder kalte Getränke konsumiert werden. Eine zügige Behandlung ist so früh wie möglich erforderlich, andernfalls droht an dieser Stelle ein Zahnverlust.
1.4. Zahnfraktur
Liegt eine Fraktur eines oder mehrerer Zähne vor, ist die Ursache der Zahnschmerzen leicht zu lokalisieren. Dafür müssen rohe Kräfte auf den Zahn einwirken, wie zum Beispiel bei einem Unfall. Auch das Beißen auf einen sehr harten Gegenstand mit viel Kraft kann insbesondere bei vorgeschädigten Zähnen eine Fraktur nach sich ziehen. Frakturen der Zähne sind äußerst schmerzhaft und bedürfen sofortiger Behandlung.
1.5. Zahndurchbruch
Dass der Durchbruch eines Zahns durch das Zahnfleisch mit Schmerzen verbunden sein kann, zeigt sich bei Babys. Doch nicht nur sie können unter Zahnschmerzen aufgrund eines Zahndurchbruchs leiden. Gleiches gilt für Erwachsene, bei denen es zu einem Durchbruch der Weisheitszähne kommt, die als allerletztes ausgebildet werden. Vor allem im Alter zwischen 17 und 27 Jahren besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass damit Schmerzen einhergehen.
1.6. Kronen und Füllungen
Wurden bereits Zähne überkront oder mit einer Füllung behandelt, kann auch dort ein Defekt für die Schmerzen verantwortlich sein. Kommt es zum Beispiel zum Verlust der Zahnfüllung, liegt der darunter liegende abgeschliffene Zahn frei und ist schmerzempfindlich gegenüber äußeren Reizen.
Liegt die Ursache doch woanders? Nicht immer ist der Auslöser der Zahnschmerzen bei der Betrachtung des Zahns ausfindig zu machen. In Stresssituationen kann es zum Beispiel zu einer Verhärtung der Kiefermuskulatur kommen. Auch bei Bruxismus, dem umgangssprachlichen Zähneknirschen, können derartige Verspannungen auftreten. Andere Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung, können auch dafür verantwortlich sein. In diesem Fall strahlen die Schmerzen bis in den Kiefer aus.
2. Die besten Hausmittel gegen Zahnschmerzen
Zahnschmerzen sind stets als Warnsignal des Körpers zu verstehen und dürfen nicht einfach ignoriert werden. Ebenso ist es nicht ratsam, den Besuch beim Zahnarzt auf die lange Bank zu schieben. Für die erste Hilfe bis zum Termin möchten wir hier einige bewährte Strategien zum Zahnschmerzen Lindern erläutern, die für eine Verbesserung der Lage sorgen können.
1. Die schmerzende Stelle kühlen
Wer Zahnschmerzen schnell lindern möchte, kümmert sich am besten um die sofortige äußere Kühlung der schmerzenden Stelle. Dafür braucht es nicht mehr als einen Kühlbeutel oder einen Kühlakku, der am besten im Gefrierfach stets bereitgehalten wird. Um zu extreme Kälte zu verhindern, wickeln Sie das Kühlelement in ein Tuch ein und halten es von außen an die schmerzende Stelle. Durch Kälte verengen sich nun die Blutgefäße und Entzündungsprozesse verlangsamen sich. Dadurch hat das Kühlen eine betäubende Wirkung. Dieser Effekt verebbt aber nach dem Ende der Kühlung, wenn sich die Blutgefäße wieder weiten. Vom Wärmen der Stelle ist abzuraten, da dies den gegenteiligen Effekt haben kann.
2. Bewusst Schmerzmittel einsetzen
Handelt es sich bei den Zahnschmerzen nicht um einen zahnmedizinischen Notfall, wie weiter unten beschrieben, können auch herkömmliche Schmerzmittel helfen, die Zahnschmerzen zu lindern. Sie sind in der Apotheke frei erhältlich und reduzieren das Leiden zumindest für einige Stunden. Experten raten in dieser Situation zu Ibuprofen, da der Wirkstoff zugleich entzündungshemmend wirkt. Alternativ können Sie auf Paracetamol zurückgreifen.
Seien Sie sich jedoch bewusst, dass die Verwendung von Schmerzmitteln lediglich die Symptome lindert, aber keine Behandlung der Ursache darstellt. Deshalb sollten sie stets nur kurzfristig und gemäß den Angaben in der Packungsbeilage eingenommen werden.
3. Mit Salzwasser spülen
Ein sehr altes Hausmittel ist das Ausspülen des Mundraums mit Salzwasser. Dafür lösen sie am besten einen Teelöfel normales Kochsalz in einem Glas mit warmem Wasser auf. Nachdem die Flüssigkeit etwas abkühlen konnte, gurgeln sie einfach damit und spucken die Lösung nach rund einer Minute wieder aus. Die Salzlösung hat eine desinfizierende Wirkung und hemmt das Wachstum schädlicher Bakterien. Unter Umständen können auch Schwellungen leicht zurückgehen. Sie können den Vorgang bei Bedarf mehrmals täglich wiederholen.
4. Ätherische Öle
Verschiedene Pflanzen beinhalten ätherische Öle, die für Linderung sorgen können. Treten etwa starke Zahnschmerzen in der Nacht auf, kann Nelkenöl eine betäubende Wirkung haben und das Wachstum schädlicher Bakterien bremsen. Das Öl können Sie bei der Apotheke kaufen und es anschließend mithilfe eines Wattestäbchens vorsichtig auf die betroffene Stelle auftragen. Alternativ können Sie auch eine getrocknete Nelke auf den Zahn legen, die einen positiven Effekt haben soll.
5. Kamillen- und Salbeitee
Salbei und Kamille zählen zu den Heilkräutern mit einer entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung. Insbesondere bei Entzündungen im Mundraum versprechen Sie daher Besserung. Bereiten sie dazu einfach einen Tee zu, für den Sie mehrere Beutel verwenden können, um die Wirkung zu verstärken. Sobald er etwas abgekühlt ist, können Sie ihn als Mundspülung verwenden.
6. Den Kopf höher lagern
Sollten pochende Schmerzen zu spüren sein, kann das Hochlagern des Kopfes besonders sinnvoll sein. Die veränderte Position dient dazu, den Blutdruck im Bereich von Kopf und Kiefer zu reduzieren. Dadurch nimmt das pochende und pulsierende Schmerzgefühl in der Regel ab. Insbesondere bei in der Nacht auftretenden Schmerzen kann das wertvoll sein, um doch noch zur Ruhe zu finden.
Wichtig: Die schmerzende Stelle zu wärmen, mag insbesondere in der kalten Jahreszeit wie eine Wohltat erscheinen. Doch bei Zahnschmerzen ist ein solches Vorgehen kontraproduktiv. Denn Entzündungen können sich in einer warmen Umgebung schneller verbreiten. Wird die schmerzende Stelle stattdessen in Intervallen gekühlt, reduziert dies die Ausbreitung merklich.
3. Mundhygiene bei Zahnschmerzen
Starke Zahnschmerzen können es schwer machen, Zähne und Mundraum wie üblich zu reinigen. Trotzdem sollten Sie nicht gänzlich darauf verzichten. Andernfalls droht die ungehinderte Ausbreitung schädlicher Bakterien, die für eine Verschlimmerung der Schmerzen sorgen können. Versuchen Sie stattdessen auch die schmerzende Stelle zu reinigen und gehen Sie dabei vorsichtig vor. Am besten eignet sich eine besonders weiche Bürste.
4. Starke Zahnschmerzen in der Nacht
Besonders häufig treten schmerzende Zähne in der Nacht auf und stehen dann einem erholsamen Schlaf im Wege. Eine Ursache dafür ist die liegende Position, welche die Durchblutung verstärkt und dadurch Druck auf Nerven und Blutgefäße ausübt. Treten besonders starke Schmerzen auf, die selbst bei der Verwendung von Schmerzmitteln nicht zu lindern sind, kann der zahnärztliche Notdienst kontaktiert werden. Dort werden außerdem durch Unfälle hervorgerufene Zahnverletzungen sowie starke Blutungen im Mundbereich sofort behandelt. Gleiches gilt für fieberhafte Infektionen, Zahnfrakturen oder lockere Füllungen. Im Internet können Sie sich darüber informieren, welcher Notdienst für Ihre Region zuständig ist. Ist ein rasches Handeln weniger dringend, kann unter anderem das Hochlagern des Kopfes spontane Linderung verschaffen.
Wichtig: Der zahnärztliche Notdienst ist dazu da, akute Schmerzen und Probleme zu behandeln, die am Wochenende, an Feiertagen und in der Nacht auftreten. Für die ausführliche Nachbehandlung und alle nicht akuten Fälle ist dann die reguläre Zahnarztpraxis zuständig.
5. Hier ist der Besuch beim Zahnarzt Pflicht
Es gibt einige Alarmsignale, bei denen der Besuch in der Praxis keinesfalls noch länger hinausgezögert werden darf. Das gilt dann, wenn pochende Schmerzen auftreten, die äußerst stark sind und womöglich eine Schwellung der Wange verursachen. Auch wenn die Schmerzen gemeinsam mit Fieber auftreten, handelt es sich um einen Notfall, der unmittelbar von einem Mediziner betrachtet werden sollte. In dem Fall könnten ein Abszess oder eine ernsthafte Infektion vorliegen. Nur in der Praxis können diese Krankheitsbilder schnell an ihrer Ausbreitung gehindert werden.
Gleiches gilt für den Fall, dass Unfallverletzungen an Zähnen, Kiefer oder Mund aufgetreten sind. Ist es im Nachgang eines zahnärztlichen Eingriffs zu Zahnschmerzen oder gar Nachblutungen gekommen, ist ebenfalls umgehend eine Zahnklinik aufzusuchen. Denkbar ist das zum Beispiel nach Zahnextraktionen, dem Ziehen der Weisheitszähne oder einer Implantatbehandlung.
6. Wichtig – die richtige Vorbeugung
Wenn Sie keine Zahnschmerzen akut lindern wollen, sondern sich nur allgemein über das Thema informieren, ist dieser Tipp besonders wertvoll: Eine gute Zahnpflege beugt in Kombination mit einer gesunden Mundhygiene vielen Problemen vor. Zahlreiche Zahnerkrankungen entstehen erst dann, wenn dieses Thema über einen zu langen Zeitraum vernachlässigt wurde. Alles beginnt mit dem gründlichen und regelmäßigen Zähneputzen.
Darüber hinaus ist die Wahrnehmung regelmäßiger Kontrolltermine beim Zahnarzt wichtig. Sich andeutende Erkrankungen können so in einem sehr frühen Stadium erkannt und meist ohne Folgen beseitigt werden. Dafür reicht es aus, im Abstand von etwa sechs bis zwölf Monaten in der Praxis vorstellig zu werden. Werden diese Besuche dokumentiert, winkt sogar ein finanzieller Anreiz von Seiten der Krankenkasse. Die dritte wichtige Säule ist die professionelle Zahnreinigung, die zum Beispiel von Kassenpatienten meist gegen eine moderate Zuzahlung jährlich beansprucht werden kann. Dabei entfernen die Experten Zahnbeläge gründlicher als es zuhause möglich wäre und verbessern so den Gesamtzustand des Gebisses. Zudem geben sie Pflegetipps, die auf das individuelle Erscheinungsbild der Zähne zugeschnitten sind.
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